Die Reise geht weiter, immer weiter. Wer oder was treibt uns an? Mal ist es pure Neugierde auf das nächste Ziel, mal der aktuelle Ort, der uns aus verschiedenen Gründen doch nicht länger zum Verweilen einlädt. Zudem muss die kostbare Reisezeit ja genutzt werden, hämmert ein Teufelchen im Kopf. Doch was bedeutet das schon, Zeit optimal auszunutzen? Manche machen Weltreisen in einem Jahr und fliegen von einem Kontinent zum nächsten, um einen Eindruck zu bekommen. Manche leben ihr ganzes Leben in ein und demselben Ort und sind glücklich damit. Andere sind gezwungen, ihr Dorf oder sogar ihr Heimatland zu verlassen. Wir sind absolute Glückspilze. Zeit und Freiheit ist unser Luxus. Doch zugegebenermaßen lässt uns der Reisealltag dies leider manchmal vergessen. Es ist verzwickt. Anstatt „Hängematten-Feeling“ stehen vielmehr immer wieder die gleichen Fragen im Vordergrund: wo geht es als nächstes hin und auf welchem Weg? Welche Unterkünfte gibt es? Wie sieht die Infrastruktur aus, gibt es beispielsweise einen Markt für Haferflocken, Milch, Obst etc. oder sollten wir lieber Früchte mit auf die Insel oder in das Bergdorf schleppen, wenn wir nicht darauf verzichten wollen? Wie könnte der nächste Stopp aussehen? Und natürlich – was kostet der Spaß? Die Suche nach Antworten kostet Zeit. Und wäre da nicht noch das Gesehene und Erlebte. Zeit heißt in solchen Fällen auch oft Verzicht.

Die Erkenntnis kommt Stück für Stück. Wir fühlen uns manchmal ferngesteuert und das von unserer eigenen Reise. Es ist wie ein Jahr lang arbeiten ohne Urlaub. Irgendwann muss man raus aus der „Reise-Routine“ und Zeit verstreichen lassen. Der altbekannte Wunsch „die Seele baumeln lassen“ macht sich breit. Wir brauchen Urlaub, obwohl wir für Außenstehende im „Dauerurlaub“ sind. Seltsam, wer hat schon Zeit, über Zeit zu philosophieren? Was für ein Luxusproblem!