Windpferd und Fischsauce

unterwegs zwischen Himalaya und Pazifik

Schlagwort: Yunnan

Jinghong 景洪市 Tropische Grenzstadt am Mekong

Wer nachts aus dem Bus in Jinghong aussteigt, dem schwallt feucht-heiße Luft entgegen. Willkommen in der tropischen Region Xishuangbanna, im südwestlichsten Zipfel Chinas! Die tropischen Temperaturen sind der Stadt anzumerken, nicht nur hinsichtlich der Temperatur. Sie wirkt bunter als andere Städte Chinas. Han-Chinesen, Dai- und andere Minderheiten leben hier zusammen. Die Gebäudefassaden haben einen farbigen Anstrich, in den Straßen wurden Palmen und andere reich blühende Bäume gepflanzt. Obststände, mobile Garküchen und Barbecue-Stände säumen die Gehwege. Der Geruch von gegrilltem Hähnchen liegt in der Luft, Dressing für Papaya-Salat wird gestampft und Nudelsuppe serviert. Unsere Vorfreude auf Laos und Thailand wächst. Zwischen all dem „tropischen Traum“ stehen dann hier und da gesichtslose, monotone Hochhaus-Komplexe, die nachts bunt blinken. Wir sind eben doch noch in China.

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Zwischen Hani-Dörfern und Reisterrassen in Yuanyang 元阳县

Saftig grüne Reisfelder soweit das Auge reicht. Wir fahren in die hügelige Landschaft von Yuanyang, 80 km südwestlich von Jianshui. Über Jahrhunderte hinweg hat hier die Hani-Minderheit terrassenförmige Reisfelder angelegt. Es handelt sich nicht nur um ein Tal, sondern um ein Gebiet von ca. 12.500 ha mit markanter Topografie. Im oberen Bereich der Berghänge haben sich die Dörfer angesiedelt, während sich die Reisterrassen bis tief in die Täler erstrecken. Eine direkte Busverbindung von Jianshui aus gibt es nicht, so dass wir mehrmals den Bus bzw. Minivan wechseln müssen. Unsere Unterkunft, das „Timeless Hostel Yuanyang“, liegt in dem Dorf Pugaolao und bietet einen wunderbaren weiten Blick hinab auf die Reisfelder. Von der Dachterrasse aus können wir beobachten, wie Nebelschwaden und Wolken im Schneckentempo aus dem Tal hinaufziehen. Nachts taucht der große Mond hinter dem Bergkamm auf. Auch ein paar Sterne sind zu sehen. Einen besseren Ort zur Entspannung scheint es nicht zu geben.

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Jianshui 建水县, eine gemütliche Kleinstadt und ihre touristischen Schwalben

Nach der Großstadt Kunming ist Jianshui auf den ersten Blick eine Wohltat. Nach kurzen 200 km gen Süden und dreieinhalb Stunden Fahrt werden wir am kleinen Busbahnhof der Stadt von Songtheaw ähnlichen Fahrzeugen in Empfang genommen. Die Fahrer sitzen entspannt auf ihrem Wagen in der Nachmittagssonne und bieten uns ihre Dienste an. Wie so oft gehen wir mit einem „bu schischié“ (nein danke) an ihnen vorbei, um uns Raum und Luft zu verschaffen. Wir haben Glück, auf der anderen Straßenseite hält gerade ein Stadtbus, der Richtung Altstadt fährt. So einfach kann es manchmal gehen. Wir fahren vorbei an alten, zum Teil heruntergekommenen kleinen Holzhäusern, deren Farbe an der Fassade schon lange verblasst ist. Die autofreie Altstadt von Jianshui mit ihren verwinkelten Gassen wirkt auf den ersten Blick gemütlich und ist noch nicht ganz so auf Hochglanz poliert wie Lijiang und Shangri-La. Touristen sehen wir kaum. Doch der Schein trügt, denn es ist mitten in der Woche.

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Kunming 昆明 , ein kurzer Streifzug durch die Provinzhauptstadt Yunnans

Bislang sind wir fünf Wochen durch China gereist, haben viel gesehen und entdeckt, mit Bus, Zug oder per Pedes mehrere Tausend Höhenmeter überwunden. Die Industriestadt Kunming liegt immerhin „nur“ noch auf der 2000m hohen Yunnan-Ebene, wodurch ganzjährig milde Temperaturen vorherrschen. Es ist sehr angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Auch der Langzeitreisende braucht ab und zu eine Pause. Wir sind vor allem von den langen Busfahrten „reisemüde“ geworden und sehnen uns nach einem entspannten Ort zum Verweilen. Zwar klingt eine Stadt mit rund sieben Millionen Einwohnern nicht gerade ideal dafür, doch die vielen Parks in der Stadt stimmen uns optimistisch. Endlich wieder mit einem Buch auf dem Rasen liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen…

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Leckereien aus Südwest-China – Heute wird geschlemmt!

Wer hätte es gedacht? Das Reich der Mitte ist riesig und vielfältig – so auch das Essen. Wir stoßen im Südwesten Chinas auf die weit verbreitete Sichuan-Küche: scharf, intensiv und vielfältig soll sie sein. Getrocknete Chili-Schoten, chinesischer Blütenpfeffer (auch bekannt als Sichuanpfeffer) und schwarzer Pfeffer sind unverzichtbare Bestandteile in jedem Gericht und werden fein aufeinander abgestimmt. Eine Besonderheit des Sichuanpfeffers ist seine betäubende Wirkung – ein seltsames Gefühl im Mund. Wer ihn einmal gegessen hat, liebt ihn oder sortiert ab sofort die Pfefferkörner fein säuberlich mit den Stäbchen einzeln aus dem Essen.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Essen bestellen ist vor allem aufgrund unserer schmalen Chinesisch-Kenntnisse ein wiederkehrendes Abenteuer. Während wir bislang in anderen Ländern meist ohne Probleme auf englisch Gerichte bestellen konnten, sitzen wir in den ersten zwei Wochen unserer Chinareise oft ratlos vor den chinesischen Zeichen in der Menu-Karte. Morgens, mittags, abends nur Reis essen? Es geht auch anders, nur Mut.

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Lijiang – Altstadt-Disneyland

Einige Male haben wir in China umsonst auf einen Bus gewartet, ein Bus war voll oder ein Minibus wollte nicht losfahren, weil zu wenige Fahrgäste mitwollten. Zu drei Stunden Fahrt kamen oft noch drei Stunden Wartezeit, ganz abgesehen von dem Stress der Ungewissheit. Heute hingegen klappt alles wie am Schnürchen. Zu einem fairen Preis werden wir mit dem Minivan unseres Guesthouses nach Lijiang gefahren, gemeinsam mit zwei anderen Gästen, und dort sogar vor der Tür unseres vorausgebuchten Hostels, dem October Inn, abgesetzt. Der Nachmittag verläuft entspannt. Wir essen in einem kleinen Restaurant Schwein mit Bitter Gourd sowie Kohl süß-sauer, erkunden die nähere Umgebung und machen die üblichen Besorgungen im Supermarkt. Die Besichtigung der berühmten Altstadt veschieben wir auf den nächsten Tag, der Rest der Stadt wirkt sauber und aufgeräumt.

Abends kocht unser Herbergsvater für seine acht Gäste ebensoviele Gerichte. Schwein mit Paprika und Zucchini, gekochte Tomaten und Zucchini, dicke Glasnudeln mit Möhren und Essig, intensiv gewürzte Auberginen, Tofu mit Paprika, gekochte Pilze, Gurkensalat mit Zucker und eine Riesenschüssel Reis. Es gibt zwar keinen runden Tisch mit Drehplatte, aber das Prizip bleibt dasselbe: Jeder kann alles probieren, alles schmeckt vorzüglich und alle werden pappsatt. Eine buntgemischte Runde sitzt hier zusammen: Ein Pärchen aus Australien auf einer neunmonatigen Weltreise plant einen Besuch in Europa. Eine Frau aus Hong Kong war bereits in Deutschland und Frankreich, am meisten hat sie jedoch Schweden beeindruckt. Ebenfalls nach Schweden möchte eine junge Chinesin reisen, um ein Praktikum in einem Hostel zu machen. Ein junger Mann aus Java hat Angst vor Malaria in China. Eine Französin hat ein Auslandsjahr in Peking hinter sich und einige Worte Chinesisch gelernt, eine zweite Französin riecht nach Knoblauch, da sie unseren Koch zuvor tatkräftig beim Schnippeln und Wok umrühren unterstützt hat. Alle Gäste kommen entweder von der Tiger Leaping Gorge oder wollen am nächsten Tag dorthin. Wir spendieren unsere nicht abgerissenen Eintrittskarten und eine Landkarte, bevor wir müde ins Bett fallen.

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Tiger Leaping Gorge – schöne Aussichten und müde Knochen

Der zweite Versuch – dieses Mal stehen wir bereits um acht Uhr an der Dorfstraße von Baishuitai und warten auf den Bus zur Tiger Leaping Gorge. Und dieses Mal warten wir nicht umsonst. Kurz nach halb neun kommt der ersehnte Bus, es gibt genügend freie Plätze und wir nehmen erleichtert Platz. Um diese Zeit hat sich der Frühnebel noch nicht gelegt. Bald merken wir, dass es eigentlich Wolken sind, die sich am Berghang festgesetzt haben. Sobald wir aus einer Wolke herausfahren, schimmert die Sonne zaghaft durch eine weitere höhere Wolkenschicht.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichen wir den schlammig-braunen Yangtze Fluss, der hier ruhig durch einen weiten, ausgetrockneten Talkessel fließt. Brauntöne wechseln sich ab. Wir fahren flussaufwärts und die Landschaft ändert sich dramatisch. Zwischen zwei über sechstausend Meter hohen Bergmassiven öffnet sich die tiefste Schlucht der Welt, die vom Yangtze geformte Tiger Leaping Gorge. Sie ist so schmal, dass sich die Straße zweihundert Meter über dem Fluss am Hang entlang schlängeln muss. Die Felswand auf der gegenüberliegende Flussseite ragt über viertausend Meter fast senkrecht in die Höhe, so dass Kathi beim Anblick schwindlig wird. Wir folgen dem Fluss und der Schlucht. Nur an wenigen Stellen ist Platz für steile, saftig grüne Terrassenfelder und einige Häuser. Eine dieser Stellen ist Walnut Garden. Hier befindet sich das Ticket Office für die Schlucht, sowie einige Guesthouses. Wir steigen aus dem Bus, der weiter nach Lijiang fährt, kaufen Tickets und finden schnell eine Unterkunft, das gemütliche Tibet Guesthouse, wo wir uns erstmal mit einer leckeren Nudelsuppe stärken.

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Baishuitai – zwischen Schlucht und Kalksteinterrassen

Dunkle Wolken jagen über den Himmel, es ist kalt und fängt an zu regnen. Kein Problem, wir sitzen im Bus von Shangri-La nach Baishuitai, in der Tasche unsere Pässe mit verlängertem China-Visum. Über einen Monat haben wir nun noch Zeit, Yunnan zu erkunden, so wir denn wollen. Wir fahren auf einer schmalen Straße über Pässe und durch Flusstäler Richtung Süden. Drei Stunden lang geht es um eine Kurve nach der anderen, rauf und runter. Zum Glück lassen sich die Fenster des Busses öffnen. Wir sehen grün terrassierte Felder, Mischwälder, aber auch vertrocknet-braune Berghänge.

In Baishuitai soll es spektakuläre Kalksteinterrassen geben, die sich im Laufe der Jahrhunderte aus dem kalkhaltigen Wasser der Bergbäche gebildet haben. Für die Naxi People, Angehörige einer Minderheit mit eigener Religion und Schrift, ist der Ort ein bedeutendes Zentrum. Zu Naxi-Neujahr kommen hier viele Leute zusammen, um den Naturgöttern Respekt zu zollen. Am frühen Abend erreichen wir unser Ziel und werden am Bus von drei Naxi-Frauen empfangen, die uns jeweils ihre Unterkunft anpreisen. Wir beziehen ein ordentliches Guesthouse gegenüber der Bushaltestelle, von dem wir zuvor bereits gelesen haben, und zahlen umgerechnet etwa 7 Euro pro Nacht, unser neuer Sparfuchs-Rekord in China. Einziger Dämpfer ist, dass das WLAN im Zimmer nicht funktioniert.

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Shangri-La – Großstadt ohne Leitungswasser

Mit unseren staubigen Rucksäcken stehen wir am Busbahnhof in Shangri-La. Wir haben uns bereits ein Guesthouse herausgesucht, das ‚Kevin´s Trekker Inn‘, jedoch kein Zimmer vorreserviert. Mit dem Stadtbus fahren wir zum Rande der Altstadt, von wo aus wir noch einen Hügel hinauflaufen müssen. Leider ist das Guesthouse voll belegt und so übernachten wir in einem günstigen Hotel nebenan. Hier funktionieren jedoch weder Leitungswasser noch Internet, so dass wir am nächsten Morgen wieder bei Kevin vor der Tür stehen. Glück gehabt. Eines der schönsten Zimmer mit Terrasse und Rundumblick auf die Stadt wird gerade frei. Weil wir einige Tage hier bleiben wollen, erhalten wir einen großzügigen Rabatt.

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Auf der Staubpiste Richtung Shangri-La

Nicht ganz entspannt erwachen wir gegen sechs Uhr morgens in Xiangcheng. Aus dem Fenster können wir auf den Busbahnhof schauen, wo sich gerade ein Bus nach Shangri-La (Yunnan), unserem nächsten Reiseziel, zur Abfahrt bereit macht. Sechs Uhr Abfahrt war uns (insbesondere Sven) zu früh und laut Lonely Planet soll gegen neun Uhr ein zweiter Bus hier durchfahren, diesen wollen wir nehmen. Hundertprozentig sicher sind wir uns aber nicht, ob diese Information tatsächlich stimmt. Wir frühstücken Müsli mit Nescafé und Kathi presst Luft aus den Vakuumtüten, um alles in ihren von der Größe her knapp bemessenen Rucksack zu verstauen.

Da wir nicht genau wissen, wann unser Bus ankommt, sitzen wir bereits kurz nach acht an der Straße vor dem Busbahnhof und warten. Die Dame vom Kiosk nebenan gibt uns kleine Plastikhocker, wir revanchieren uns mit dem Kauf einer Cola und eines ‚Flavoured Drink´, einer leckeren chinesischen Limonade, die wie nicht so süßes Ginger Ale schmeckt. Gegen halb neun öffnet das bislang geschlossene Ticket Office und wir gehen zum Schalter, um uns nach unserem Bus zu erkundigen. Die Dame übersetzt mithilfe ihrer Smartphone-App, dass heute kein Bus mehr nach Shangri-La fahren würde, erst morgen um sechs Uhr wieder. So ein Mist, aber wir trauen dieser Frau nicht und warten weiter.

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