Windpferd und Fischsauce

unterwegs zwischen Himalaya und Pazifik

Schlagwort: wandern

Tiger Leaping Gorge – schöne Aussichten und müde Knochen

Der zweite Versuch – dieses Mal stehen wir bereits um acht Uhr an der Dorfstraße von Baishuitai und warten auf den Bus zur Tiger Leaping Gorge. Und dieses Mal warten wir nicht umsonst. Kurz nach halb neun kommt der ersehnte Bus, es gibt genügend freie Plätze und wir nehmen erleichtert Platz. Um diese Zeit hat sich der Frühnebel noch nicht gelegt. Bald merken wir, dass es eigentlich Wolken sind, die sich am Berghang festgesetzt haben. Sobald wir aus einer Wolke herausfahren, schimmert die Sonne zaghaft durch eine weitere höhere Wolkenschicht.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichen wir den schlammig-braunen Yangtze Fluss, der hier ruhig durch einen weiten, ausgetrockneten Talkessel fließt. Brauntöne wechseln sich ab. Wir fahren flussaufwärts und die Landschaft ändert sich dramatisch. Zwischen zwei über sechstausend Meter hohen Bergmassiven öffnet sich die tiefste Schlucht der Welt, die vom Yangtze geformte Tiger Leaping Gorge. Sie ist so schmal, dass sich die Straße zweihundert Meter über dem Fluss am Hang entlang schlängeln muss. Die Felswand auf der gegenüberliegende Flussseite ragt über viertausend Meter fast senkrecht in die Höhe, so dass Kathi beim Anblick schwindlig wird. Wir folgen dem Fluss und der Schlucht. Nur an wenigen Stellen ist Platz für steile, saftig grüne Terrassenfelder und einige Häuser. Eine dieser Stellen ist Walnut Garden. Hier befindet sich das Ticket Office für die Schlucht, sowie einige Guesthouses. Wir steigen aus dem Bus, der weiter nach Lijiang fährt, kaufen Tickets und finden schnell eine Unterkunft, das gemütliche Tibet Guesthouse, wo wir uns erstmal mit einer leckeren Nudelsuppe stärken.

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Tagong Grasslands – auf dem Dorf zwischen den Yaks und den Bergen

Tagong 塔公 Lhagang ལྷ་སྒང་ Von Kangding aus fahren wir auf dem Sichuan-Tibet-Highway Richtung Westen zu den Tagong Grasslands auf 3500m Höhe. Die nächsten 1000 Höhenmeter liegen vor uns. Der anfangs eher zweckmäßig geplante Zwischenstopp zur Akklimatisierung und Aufteilung der langen Strecke nach Litang erweist sich jedoch als Glücksgriff, wie sich nach kurzer Zeit herausstellen sollte.

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Kangding / Dardo དར་རྩེ་མདོ། – Windpferde, Buttertee und die ersten Höhenmeter

Kangding chinesisch 康定县
Dardo tibetisch དར་རྩེ་མདོ།  

Es wird kühler. Der Temperatursprung von 30 auf ca. 16°C ist deutlich spürbar. Die chinesische Kleinstadt mit nur ca. 100.000 Einwohner liegt auf 2600m und gilt auch für uns als Tor nach Tibet. Na klar, nach fünf Wochen tropischen Temperaturen frieren wir trotz Merinoshirt und Fleecejacke. Aushilfe ist die in dieser Region weit verbreitete Heizdecke, da die Gebäude nicht isoliert sind. Wer hätte das gedacht, wie unsere Omas liegen wir abends eingemummelt unter dicken Wolldecken und schalten die Heizdecke an. Morgens ist das Zimmer so kalt, dass wir kaum das Bett verlassen wollen. Doch der Himmel ist blau und das lockt. Wir wollen auf einen Berg steigen. Eine Wanderkarte gibt es nicht, dafür aber den Tipp: „Alle Wege führen nach oben“.

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