Windpferd und Fischsauce

unterwegs zwischen Himalaya und Pazifik

Schlagwort: Staub

Auf der Staubpiste Richtung Shangri-La

Nicht ganz entspannt erwachen wir gegen sechs Uhr morgens in Xiangcheng. Aus dem Fenster können wir auf den Busbahnhof schauen, wo sich gerade ein Bus nach Shangri-La (Yunnan), unserem nächsten Reiseziel, zur Abfahrt bereit macht. Sechs Uhr Abfahrt war uns (insbesondere Sven) zu früh und laut Lonely Planet soll gegen neun Uhr ein zweiter Bus hier durchfahren, diesen wollen wir nehmen. Hundertprozentig sicher sind wir uns aber nicht, ob diese Information tatsächlich stimmt. Wir frühstücken Müsli mit Nescafé und Kathi presst Luft aus den Vakuumtüten, um alles in ihren von der Größe her knapp bemessenen Rucksack zu verstauen.

Da wir nicht genau wissen, wann unser Bus ankommt, sitzen wir bereits kurz nach acht an der Straße vor dem Busbahnhof und warten. Die Dame vom Kiosk nebenan gibt uns kleine Plastikhocker, wir revanchieren uns mit dem Kauf einer Cola und eines ‚Flavoured Drink´, einer leckeren chinesischen Limonade, die wie nicht so süßes Ginger Ale schmeckt. Gegen halb neun öffnet das bislang geschlossene Ticket Office und wir gehen zum Schalter, um uns nach unserem Bus zu erkundigen. Die Dame übersetzt mithilfe ihrer Smartphone-App, dass heute kein Bus mehr nach Shangri-La fahren würde, erst morgen um sechs Uhr wieder. So ein Mist, aber wir trauen dieser Frau nicht und warten weiter.

weiterlesen

Litang (ལི་ཐང།) – Pilger, Staub und dünne Luft

Wir befinden uns auf dem Höhepunkt unserer Reise. Über fast 5000 Meter hohe Pässe fahren wir im Bus in Richtung Litang. Der Sichuan-Tibet-Highway ist inzwischen größtenteils gut ausgebaut. Zwischen Xinduqiao und Litang jedoch sind zwei große Tunnelprojekte noch nicht vollendet und so genießen wir für wenige Stunden das Gefühl, dass Reisende früher viele Tage erdulden mussten: Auf der alten schmalen Passstraße, teils asphaltiert mit vielen Schlaglöchern, teils Sandpiste, schrauben wir uns in Kurven den Berg hinauf. Abwechselnd links und rechts lauert der hunderte Meter tiefe Abgrund direkt neben der Straße oder bei Gegenverkehr auch nur wenige Zentimeter neben dem Reifen. Die Federung des Busses bekommt die volle Dröhnung. Leichte Menschen heben von den Sitzen ab, große Menschen stoßen an die Decke des Busses. Weit unten schlängelt sich die Straße, die wir bereits bewältigt haben. Tausend Meter über dem Tal erreichen wir den Sattelpunkt des Passes. Wie überall in Tibet sind solche markanten Punkte mit reichlich bunten Gebetsfahnen geschmückt und Kathi geht das Herz auf.

weiterlesen

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén