Windpferd und Fischsauce

unterwegs zwischen Himalaya und Pazifik

Schlagwort: Sichuan

Leckereien aus Südwest-China – Heute wird geschlemmt!

Wer hätte es gedacht? Das Reich der Mitte ist riesig und vielfältig – so auch das Essen. Wir stoßen im Südwesten Chinas auf die weit verbreitete Sichuan-Küche: scharf, intensiv und vielfältig soll sie sein. Getrocknete Chili-Schoten, chinesischer Blütenpfeffer (auch bekannt als Sichuanpfeffer) und schwarzer Pfeffer sind unverzichtbare Bestandteile in jedem Gericht und werden fein aufeinander abgestimmt. Eine Besonderheit des Sichuanpfeffers ist seine betäubende Wirkung – ein seltsames Gefühl im Mund. Wer ihn einmal gegessen hat, liebt ihn oder sortiert ab sofort die Pfefferkörner fein säuberlich mit den Stäbchen einzeln aus dem Essen.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Essen bestellen ist vor allem aufgrund unserer schmalen Chinesisch-Kenntnisse ein wiederkehrendes Abenteuer. Während wir bislang in anderen Ländern meist ohne Probleme auf englisch Gerichte bestellen konnten, sitzen wir in den ersten zwei Wochen unserer Chinareise oft ratlos vor den chinesischen Zeichen in der Menu-Karte. Morgens, mittags, abends nur Reis essen? Es geht auch anders, nur Mut.

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Der schwierige Weg nach Xiangcheng

Die traumhafte Landschaft des Yading Nature Reserve geistert noch in unseren Köpfen und Träumen herum. Aber neue Ziele warten auf uns, sowie die nötige Verlängerung unseres China-Visums. Also machen wir uns auf die lange Fahrt von Shangri-La ins andere Shangri-La, die Großstadt in Yunnan. Erstes Zwischenziel ist Daocheng, das wir zuvor bereits besucht haben. Die Fahrt mit dem Minivan verläuft problemlos. Schnell ist ein Mitfahrer gefunden und gegen Mittag sind wir dort. Wir stärken uns in einem kleinen Restaurant mit Dumplings, chinesischen Tortellini mit Schweinehackfleisch-Füllung und Knoblauch- sowie Chili-Dip. Von Daocheng aus nach Shangri-La fährt nur ein Bus täglich und zwar morgens um sechs Uhr. Er braucht etwa 12 Stunden. Das wollen wir uns nicht antun. Auf etwa halber Strecke liegt noch eine größere Stadt, Xiangcheng. Wir hoffen, noch heute dorthin zu kommen, um einen Zwischenstopp über Nacht einlegen.

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Litang (ལི་ཐང།) – Pilger, Staub und dünne Luft

Wir befinden uns auf dem Höhepunkt unserer Reise. Über fast 5000 Meter hohe Pässe fahren wir im Bus in Richtung Litang. Der Sichuan-Tibet-Highway ist inzwischen größtenteils gut ausgebaut. Zwischen Xinduqiao und Litang jedoch sind zwei große Tunnelprojekte noch nicht vollendet und so genießen wir für wenige Stunden das Gefühl, dass Reisende früher viele Tage erdulden mussten: Auf der alten schmalen Passstraße, teils asphaltiert mit vielen Schlaglöchern, teils Sandpiste, schrauben wir uns in Kurven den Berg hinauf. Abwechselnd links und rechts lauert der hunderte Meter tiefe Abgrund direkt neben der Straße oder bei Gegenverkehr auch nur wenige Zentimeter neben dem Reifen. Die Federung des Busses bekommt die volle Dröhnung. Leichte Menschen heben von den Sitzen ab, große Menschen stoßen an die Decke des Busses. Weit unten schlängelt sich die Straße, die wir bereits bewältigt haben. Tausend Meter über dem Tal erreichen wir den Sattelpunkt des Passes. Wie überall in Tibet sind solche markanten Punkte mit reichlich bunten Gebetsfahnen geschmückt und Kathi geht das Herz auf.

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Kangding / Dardo དར་རྩེ་མདོ། – Windpferde, Buttertee und die ersten Höhenmeter

Kangding chinesisch 康定县
Dardo tibetisch དར་རྩེ་མདོ།  

Es wird kühler. Der Temperatursprung von 30 auf ca. 16°C ist deutlich spürbar. Die chinesische Kleinstadt mit nur ca. 100.000 Einwohner liegt auf 2600m und gilt auch für uns als Tor nach Tibet. Na klar, nach fünf Wochen tropischen Temperaturen frieren wir trotz Merinoshirt und Fleecejacke. Aushilfe ist die in dieser Region weit verbreitete Heizdecke, da die Gebäude nicht isoliert sind. Wer hätte das gedacht, wie unsere Omas liegen wir abends eingemummelt unter dicken Wolldecken und schalten die Heizdecke an. Morgens ist das Zimmer so kalt, dass wir kaum das Bett verlassen wollen. Doch der Himmel ist blau und das lockt. Wir wollen auf einen Berg steigen. Eine Wanderkarte gibt es nicht, dafür aber den Tipp: „Alle Wege führen nach oben“.

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