Wir befinden uns auf dem Höhepunkt unserer Reise. Über fast 5000 Meter hohe Pässe fahren wir im Bus in Richtung Litang. Der Sichuan-Tibet-Highway ist inzwischen größtenteils gut ausgebaut. Zwischen Xinduqiao und Litang jedoch sind zwei große Tunnelprojekte noch nicht vollendet und so genießen wir für wenige Stunden das Gefühl, dass Reisende früher viele Tage erdulden mussten: Auf der alten schmalen Passstraße, teils asphaltiert mit vielen Schlaglöchern, teils Sandpiste, schrauben wir uns in Kurven den Berg hinauf. Abwechselnd links und rechts lauert der hunderte Meter tiefe Abgrund direkt neben der Straße oder bei Gegenverkehr auch nur wenige Zentimeter neben dem Reifen. Die Federung des Busses bekommt die volle Dröhnung. Leichte Menschen heben von den Sitzen ab, große Menschen stoßen an die Decke des Busses. Weit unten schlängelt sich die Straße, die wir bereits bewältigt haben. Tausend Meter über dem Tal erreichen wir den Sattelpunkt des Passes. Wie überall in Tibet sind solche markanten Punkte mit reichlich bunten Gebetsfahnen geschmückt und Kathi geht das Herz auf.

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