In Thailand gab es einmal viele Inseln mit Traumstränden und toller Unterwasserwelt. Inzwischen sind die Traumstrände mit teuren Resorts zugebaut und unter Wasser tummeln sich ähnlich viele Taucher wie partyhungrige Gap-Year-Students am Strand. Einige wenige Inseln blieben vom Massentourismus verschont, meist weil sie in einer Art flachen Wattenmeeres liegen. Die Strände sind, wenn überhaupt, nur bei Hochwasser attraktiv. Bei Ebbe steht die Luft und riecht nach Schlick. Bei Ko Mak kommt noch hinzu, dass sich dort bissige Sandfliegen sehr wohl fühlen und die Strände für sich beanspruchen. Dafür soll die Insel ruhig und freundlich sein und es günstige Bungalows direkt am Wasser geben.

Fotostrecke Ko Mak

Von Bangkok aus ist Ko Mak in für Asien überschaubarer Zeit (ca. 8 Stunden) zu erreichen, genau das, was wir suchen. Aufgrund einer Reihe von Feiertagen, von denen wir nichts geahnt haben, haben sich unsere Aufenthaltsverlängerung für Thailand und die Beantragung des Visums für Myanmar verzögert. So haben wir nur noch fünf Tage für unsere Spritztour ans Meer, bevor Kathi wieder in Bangkok zur Impfung muss und wir unsere Pässe mit Visum von der Botschaft abholen können. Wir fahren fünfeinhalb Stunden nach Trat, nahe der kambodschanischen Grenze, um dann vom Hafen in Laem Ngop mit dem Speedboot in einer Stunde auf die kleine Insel Ko Mak zu brettern.

Tatsächlich werden hier alle unsere Erwartungen erfüllt: Die wenigen Bewohner Ko Maks sind ausnahmslos freundlich und hilfsbereit, jeder scheint jeden zu kennen. Nach der langen Zeit im hektischen Bangkok gibt uns die Ruhe der kleinen Insel und die grüne Landschaft neue Energie. Mit dem Roller düsen wir auf Straßen mit wenig Verkehr durch Kautschuk- und Ananasplantagen. Andernorts stehen tausende Kokospalmen, die Palmwedel rauschen m Wind. Ab und zu gibt es einen Plopp, wenn eine reife Kokosnuss auf die rote Erde herabfällt. Günstige Garküchen zaubern leckeres Essen auf den Plastiktisch und servieren kühles Bier. Wir wohnen in einem Stelzenbungalow mit Balkon und einer Hausratte im Zimmer direkt an der Küste. Beim Einschlafen hören wir das Plätschern der Wellen und Donnergrollen (der Monsun schickt seine Vorboten). Vom Balkon aus beobachten wir Seeadler und Reiher, was will man mehr?

Vielleicht einen schönen Strand mit weißem Sand, kristallklares Wasser und ein artenreiches Riff zum Schnorcheln? Bei Flut gibt es auf Ko Mak schöne Strände, aber das Wasser ist so flach, dass es selbst für die Fische zu heiss ist (kein Scherz). Am Strand zu liegen ist keine so gute Idee, da die Sandfliegen immer Hunger haben. Zum Schnorcheln fährt man besser mit dem Boot raus, haben wir aber nicht gemacht, da das Wasser nicht wirklich klar ist und auch Quallen hier nicht unbekannt sind. Gut, das wussten wir aber alles bereits vorher, deshalb genießen wir unsere wenigen Tage auf der Insel in vollen Zügen, bevor es wieder in die große Stadt zurückgeht.