Eine uns liebgewordene Angewohnheit auf Reisen ist ein Müslifrühstück auf dem Balkon (mit viel Nescafé für Sven). Auf der Insel Ko Mak in unserem Holzbunglalow direkt am Meer genießen wir jeden Morgen auf diese Weise. Nicht immer jedoch erwachen wir komplett erholt aus unseren Träumen, denn nachts ist immer wieder ein Nagen, Kratzen und Knistern zu vernehmen. Vor allem Kathi fällt es schwer, dieses zu ignorieren und weiterzuschlafen, die nächtliche Ursachenforschung bleibt jedoch erfolglos.

Da wir über keinen Kühlschrank verfügen und im Zimmer ohne Klimaanlage die Temperaturen selten unter dreißig Grad fallen, kaufen wir Milch in 0,2l Tetra-Portionspackungen. Unser Favorit ist die Low-Fat-Variante, für die wir schon einmal drei 7-Eleven-Märkte abgeklappert haben (es gibt sie nicht in allen Filialen). Pro Tag benötigen wir für Müsli und Kaffee knapp drei dieser Päckchen, deshalb kaufen wir gerne ein Sechserpack, welches noch einmal von Plastikfolie umschlossen ist (nicht wirklich umweltfreundlich, aberWhat to do?”, wie der Inder sagen würde). Eine dieser sechs Tüten sei bereits aufgegangen, kündigt Kathi eines Morgens an, ob wir sie wohl noch verwenden wollen? Sven wundert sich, am Tag zuvor war alles noch OK. Die Milch rieche noch frisch, meint Kathi und so siegt unsere Sparsamkeit. Wir lassen uns Müsli und Kaffee schmecken, das Meer rauscht im Hintergrund, so müsste jeder Tag beginnen!

Auch in der nächsten Nacht wird Kathi von merkwürdigen Geräuschen wachgehalten und Sven von der Ursachensuche Kathis. Aber da am Morgen kein Wecker klingelt, trübt das unsere Laune nicht. Wir planen eine Mopedtour über die schöne Insel durch die grüne Vegetation zu goldgelben Stränden mit Sandfliegen. Ein Snickers wäre ein schöner Proviant für unterwegs, denkt sich Sven. Auf unserem Fresstisch liegt jedoch nur noch ein halber Riegel, sauber geöffnet und abgebissen. Sven fragt Kathi, ob es ihr geschmeckt habe. Ein verwunderter Bick als Antwort und uns beiden geht ein Licht auf.

Nur so viel sei noch hinzugefügt: Am Abreisetag finden wir in einer Ecke mehrere Tetra-Pack-Schnipsel mit fein gezähnter Kante. Inzwischen klebende und stechend saure Milch befindet sich auf Svens Kleidungstüten und dem Rucksack (später dann auf seiner Hose). Im Restaurant nebenan beobachten wir beim Essen eine Ratte, die zwischen der Küche und den Mülltonnen entlangflitzt. Auf Ko Mak gibt es viele Hunde, aber wenige Katzen (außer teuren Rassekatzen, die von Reisenden aus Bangkok in der Plastikbox mitgebracht werden) So haben Nager dort ein unbeschwertes Leben. Und zu guter Letzt: Man sollte sich überlegen, im Bus mitreisenden Passagieren zu berichten, dass man Ratten im Zimmer hatte, es könnte verwunderte Blicke auslösen