Windpferd und Fischsauce

unterwegs zwischen Himalaya und Pazifik

Monat: Juli 2015

Jinghong 景洪市 Tropische Grenzstadt am Mekong

Wer nachts aus dem Bus in Jinghong aussteigt, dem schwallt feucht-heiße Luft entgegen. Willkommen in der tropischen Region Xishuangbanna, im südwestlichsten Zipfel Chinas! Die tropischen Temperaturen sind der Stadt anzumerken, nicht nur hinsichtlich der Temperatur. Sie wirkt bunter als andere Städte Chinas. Han-Chinesen, Dai- und andere Minderheiten leben hier zusammen. Die Gebäudefassaden haben einen farbigen Anstrich, in den Straßen wurden Palmen und andere reich blühende Bäume gepflanzt. Obststände, mobile Garküchen und Barbecue-Stände säumen die Gehwege. Der Geruch von gegrilltem Hähnchen liegt in der Luft, Dressing für Papaya-Salat wird gestampft und Nudelsuppe serviert. Unsere Vorfreude auf Laos und Thailand wächst. Zwischen all dem „tropischen Traum“ stehen dann hier und da gesichtslose, monotone Hochhaus-Komplexe, die nachts bunt blinken. Wir sind eben doch noch in China.

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Zwischen Hani-Dörfern und Reisterrassen in Yuanyang 元阳县

Saftig grüne Reisfelder soweit das Auge reicht. Wir fahren in die hügelige Landschaft von Yuanyang, 80 km südwestlich von Jianshui. Über Jahrhunderte hinweg hat hier die Hani-Minderheit terrassenförmige Reisfelder angelegt. Es handelt sich nicht nur um ein Tal, sondern um ein Gebiet von ca. 12.500 ha mit markanter Topografie. Im oberen Bereich der Berghänge haben sich die Dörfer angesiedelt, während sich die Reisterrassen bis tief in die Täler erstrecken. Eine direkte Busverbindung von Jianshui aus gibt es nicht, so dass wir mehrmals den Bus bzw. Minivan wechseln müssen. Unsere Unterkunft, das „Timeless Hostel Yuanyang“, liegt in dem Dorf Pugaolao und bietet einen wunderbaren weiten Blick hinab auf die Reisfelder. Von der Dachterrasse aus können wir beobachten, wie Nebelschwaden und Wolken im Schneckentempo aus dem Tal hinaufziehen. Nachts taucht der große Mond hinter dem Bergkamm auf. Auch ein paar Sterne sind zu sehen. Einen besseren Ort zur Entspannung scheint es nicht zu geben.

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Jianshui 建水县, eine gemütliche Kleinstadt und ihre touristischen Schwalben

Nach der Großstadt Kunming ist Jianshui auf den ersten Blick eine Wohltat. Nach kurzen 200 km gen Süden und dreieinhalb Stunden Fahrt werden wir am kleinen Busbahnhof der Stadt von Songtheaw ähnlichen Fahrzeugen in Empfang genommen. Die Fahrer sitzen entspannt auf ihrem Wagen in der Nachmittagssonne und bieten uns ihre Dienste an. Wie so oft gehen wir mit einem „bu schischié“ (nein danke) an ihnen vorbei, um uns Raum und Luft zu verschaffen. Wir haben Glück, auf der anderen Straßenseite hält gerade ein Stadtbus, der Richtung Altstadt fährt. So einfach kann es manchmal gehen. Wir fahren vorbei an alten, zum Teil heruntergekommenen kleinen Holzhäusern, deren Farbe an der Fassade schon lange verblasst ist. Die autofreie Altstadt von Jianshui mit ihren verwinkelten Gassen wirkt auf den ersten Blick gemütlich und ist noch nicht ganz so auf Hochglanz poliert wie Lijiang und Shangri-La. Touristen sehen wir kaum. Doch der Schein trügt, denn es ist mitten in der Woche.

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Kunming 昆明 , ein kurzer Streifzug durch die Provinzhauptstadt Yunnans

Bislang sind wir fünf Wochen durch China gereist, haben viel gesehen und entdeckt, mit Bus, Zug oder per Pedes mehrere Tausend Höhenmeter überwunden. Die Industriestadt Kunming liegt immerhin „nur“ noch auf der 2000m hohen Yunnan-Ebene, wodurch ganzjährig milde Temperaturen vorherrschen. Es ist sehr angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Auch der Langzeitreisende braucht ab und zu eine Pause. Wir sind vor allem von den langen Busfahrten „reisemüde“ geworden und sehnen uns nach einem entspannten Ort zum Verweilen. Zwar klingt eine Stadt mit rund sieben Millionen Einwohnern nicht gerade ideal dafür, doch die vielen Parks in der Stadt stimmen uns optimistisch. Endlich wieder mit einem Buch auf dem Rasen liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen…

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Leckereien aus Südwest-China – Heute wird geschlemmt!

Wer hätte es gedacht? Das Reich der Mitte ist riesig und vielfältig – so auch das Essen. Wir stoßen im Südwesten Chinas auf die weit verbreitete Sichuan-Küche: scharf, intensiv und vielfältig soll sie sein. Getrocknete Chili-Schoten, chinesischer Blütenpfeffer (auch bekannt als Sichuanpfeffer) und schwarzer Pfeffer sind unverzichtbare Bestandteile in jedem Gericht und werden fein aufeinander abgestimmt. Eine Besonderheit des Sichuanpfeffers ist seine betäubende Wirkung – ein seltsames Gefühl im Mund. Wer ihn einmal gegessen hat, liebt ihn oder sortiert ab sofort die Pfefferkörner fein säuberlich mit den Stäbchen einzeln aus dem Essen.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Essen bestellen ist vor allem aufgrund unserer schmalen Chinesisch-Kenntnisse ein wiederkehrendes Abenteuer. Während wir bislang in anderen Ländern meist ohne Probleme auf englisch Gerichte bestellen konnten, sitzen wir in den ersten zwei Wochen unserer Chinareise oft ratlos vor den chinesischen Zeichen in der Menu-Karte. Morgens, mittags, abends nur Reis essen? Es geht auch anders, nur Mut.

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