Windpferd und Fischsauce

unterwegs zwischen Himalaya und Pazifik

Monat: Juni 2015 (Seite 2 von 2)

Shangri-La / Riwa – Wo sich der Staub niemals legt

James Hilton beschreibt 1933 in seinem Roman „Lost Horizon“ ein Tal im Himalaya namens Shangri-La. Die Bewohner leben glücklich und werden steinalt. Seitdem ist Shangri-La ein Synonym für das Paradies auf Erden, isoliert von der Außenwelt. Im Jahr 2001 wurde die Stadt Zhongdian im tibetischen Teil Yunnans aus Marketing-Gründen in Shangri-La umbenannt. Es funktioniert, viele Touristen kommen in den Ort. Leider ist im Januar 2014 die Altstadt abgebrannt, aber der Wiederaufbau ist in vollem Gange.

Das Yading Nature Reserve hat eine der dramatischsten Hochgebirgslandschaften Chinas. Früher ein „Geheimtipp“, wird es in letzter Zeit aggressiv vermarktet. 2013 wurde der auf 4400 Metern höchstgelegene zivile Flughafen der Welt Daocheng Yading eröffnet. Eine Busstunde vor dem Reserve lag die kleine Siedlung Riwa. Sie bestand bis vor kurzem aus wenigen Häusern, wird aber gerade zu einer Stadt ausgebaut, die sich kilometerweit am Fluss entlang und die Nebentäler hinauf erstreckt und vielen Tausend Touristen gleichzeitig Unterkunft bieten soll. Da dachten sich die Verantwortlichen, dass die Shangri-La-Nummer doch auch hier nicht schlecht wäre.

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Daocheng (འདབ་པ་རྫོང།) – Stadtschweine und Pagodaspaziergang

Von Litang aus wollen wir nach Süden in Richtung Yunnan weiterreisen und den Sichuan-Tibet-Highway verlassen. Ganz so einfach gestaltet sich dieses Vorhaben jedoch nicht. Die Busse in Richtung Süden starten bis auf den letzten Platz besetzt bereits in Kangding. Es ist Glückssache, wie viele Leute in Litang aussteigen. Wir treffen einen netten alleinreisenden Japaner, der ebenso wie wir nach Daocheng, der nächsten Stadt in Richtung Süden fahren möchte. Leider werden nur zwei Plätze im Bus frei und wir lassen ihm den Vortritt. Als Alternative zu den Bussen stehen Minivans bereit. Diese sind etwas teurer und fahren erst ab, wenn alle Plätze besetzt sind, was auch mal einige Zeit dauern kann. Wir haben Glück und eine Viertelstunde später sind wir bereits unterwegs und überholen auf der gut ausgebauten Straße bald den großen Bus.

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Litang (ལི་ཐང།) – Pilger, Staub und dünne Luft

Wir befinden uns auf dem Höhepunkt unserer Reise. Über fast 5000 Meter hohe Pässe fahren wir im Bus in Richtung Litang. Der Sichuan-Tibet-Highway ist inzwischen größtenteils gut ausgebaut. Zwischen Xinduqiao und Litang jedoch sind zwei große Tunnelprojekte noch nicht vollendet und so genießen wir für wenige Stunden das Gefühl, dass Reisende früher viele Tage erdulden mussten: Auf der alten schmalen Passstraße, teils asphaltiert mit vielen Schlaglöchern, teils Sandpiste, schrauben wir uns in Kurven den Berg hinauf. Abwechselnd links und rechts lauert der hunderte Meter tiefe Abgrund direkt neben der Straße oder bei Gegenverkehr auch nur wenige Zentimeter neben dem Reifen. Die Federung des Busses bekommt die volle Dröhnung. Leichte Menschen heben von den Sitzen ab, große Menschen stoßen an die Decke des Busses. Weit unten schlängelt sich die Straße, die wir bereits bewältigt haben. Tausend Meter über dem Tal erreichen wir den Sattelpunkt des Passes. Wie überall in Tibet sind solche markanten Punkte mit reichlich bunten Gebetsfahnen geschmückt und Kathi geht das Herz auf.

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Tagong Grasslands – auf dem Dorf zwischen den Yaks und den Bergen

Tagong 塔公 Lhagang ལྷ་སྒང་ Von Kangding aus fahren wir auf dem Sichuan-Tibet-Highway Richtung Westen zu den Tagong Grasslands auf 3500m Höhe. Die nächsten 1000 Höhenmeter liegen vor uns. Der anfangs eher zweckmäßig geplante Zwischenstopp zur Akklimatisierung und Aufteilung der langen Strecke nach Litang erweist sich jedoch als Glücksgriff, wie sich nach kurzer Zeit herausstellen sollte.

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